Rundgang durch das alte Frampton Cotterell

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Jeder, der die Strasse entlangfährt, nimmt an, dass dies einfach ein Vorort wie jeder andere ist. Es lohnt sich jedoch, ein bisschen zu verweilen und sich die älteren Gebäude anzusehen, die ihre vielfältige Geschichte erzählen. Der deutsche Text wurde speziell für die deutschen Mitglieder der Frampton Cotterell/Kelbra-Partnerschaft angefertigt.
 


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1.  Church Bridge (Die Kirchenbrücke).  Das Dorf Frampton Cotterell (die bedeutendste Siedlung and der Frome) entstand vor etwa 1000 Jahren an der Stelle, wo verschiedene Wege zusammentrafen und den Fluss in der Nähe der Kirche überquerten. Dieses alte Foto zeigt die Bogenbrücke, die 1966 leider von Überschwemmungen zerstört wurde. Auch die Laubbäume um St. Petri herum und das Bauernhaus gegenüber sind auf dem Bild zu sehen.
 

2.  St. Peter’s Church (Die St. Petri-Kirche).  Die Dorfkirche wurde 1858 im neugotischen Stil neu aufgebaut. Die Mauern sind aus altem "Pennant" Sandstein (benannt nach Thomas Pennant, Naturkundler, Geologe und Botaniker des 18. Jahrhunderts) und sind mit Zinnen und spitzen Türmchen versehen. Der mittelalterliche Turm von 1315 aus Pennantblöcken ist erhalten und beherbergt ein Glockspiel mit sechs Glocken, von denen eine mit "1627" beschriftet ist. In der Kirche findet sich eine Gemeindetruhe von 1600. Zu beachten ist auch des schmiedeeiserne Tor, das früher dazu diente, streunende Tiere einzuschliessen, das aber jetz den Eingang zu einem Friedhof bildet. Hier stehen mehrere Sarkophage aus dem 18. Jahrhundert.
 

3.  Globe Inn (Gasthaus zur Erdkugel) und umliegende Gebäude.  Trotz späterer Umbauten kann man auch heute noch die ursprüngliche rote Sandsteinstruktur der Globe Inn aus dem 18. Jahrhundert erkennen. Ein zweites dreistöckiges Gasthaus – die "New Inn" – wurde ganz in der Nähe gebaut, ist jetzt jedoch ein Privathaus – Mill Lane (Mühlgasse) Nr. 4. Mill Lane Nr. 32 ist ein weitläufiges Gebäude aus dem 19. Jahrhundert – einstmals die Dorfmühle mit Teich, Mühlbach und Schaufelrad.
 

4.  Step House.  Der Weg führt jetzt die Park Lane entlang, wo unser einziges Wohnhaus im georgischen Stil, gebaut 1733, zu sehen ist. Es hat fünf Fenster und in der Mitte eine Tür, über deren Portal eine Muschel angebracht ist. Der Name "Step House" kommt von "stype" – "steil", also an einer steilen Stelle gebaut. Mr. Hall wohnte hier und stellte in den Nebengebäuden Filzhüte her. Im späten 19. Jahrhundert wohnte in dem Haus eine Gruppe frommer Damen, "Schwestern der Caritas", die Krankenschwestern ausbildeten. Später wurde das Gebäude dann als Waisenhaus benutzt (St. Michael’s Orphanage).
 

5.  Die Hutfabrik.  Ab 1820 hatte die Firma Christys Hutmacher in zwei nebeneinanderliegenden dreistöckigen Gebäuden in der Park Lane ihren Sitz. Die oberen Stockwerke sind in kleine Kammern geteilt, die mit winzigen, verschlossenen Fenstern versehen waren, damit möglichst kein Luftzug die feine Wolle, die zum Hütemachen verwendet wurde, beeinträchtigen würde. Diese Gasse hiess "Penny Lane" (Pfenniggasse), da die anliegenden Hausbewohner pro Eimer Urin, der auch bei der Hutverarbeitung benötigt wurde, einen Penny bekamen. 1834 arbeiteten 120 Leute in der Fabrik, die 1300 Hüte pro Woche herstellten und uns damit zu Spitzenherstellern in der Hutindustrie machten. Aber 1866 wurde die Firma in grössere Gebäude nach Stockport verlegt.
 

6.  Live and Let Live in Clyde Road.  Geht man jetzt zurück zur Park Lane, so kommt man zu einem sehr schönen Gasthof aus dem 17. Jahrhundert: Live & Let Live ("Leben und leben lassen"). Bemerkenswert sind die dicken Mauern mit Steinstützen, die niedrigen Decken und der offene Kamin. Als Feldmarschall Colin Campbell während des indischen Aufstandes Lucknow befreite, wurde er zum Nationalhelden erhoben und 1858 zum Baron von Clyde gemacht (er war in Glasgow, Schottland, geboren), gerade zu dem Zeitpunkt, als die Strasse gebaut wurde – daher der Name. Wenn wir jetzt die Clyde Road entlanggehen, kommen wir zu Nr. 12; dort befindet sich der Versammlungsraum der Chor der Heilsarmee. Jetzt nehmen wir die Abzweigung links-rechts und kommen in die Church Road (Kirchstrasse).
 

7.  Die Dorfläden.  Diese malerische Gruppe von Läden aus dem 18. Jahrhundert liegt um einen früheren Hof mit Kopfsteinpflaster am höchsten Punkt des Dorfes. Man muss sich einen Pferdewagen vorstellen, der mit Hilfe eines Flaschenzuges, befestigt an einem Balken an einer Luke im ersten Stock, mit Futter beladen wird. Das dreistöckige Gebäude hat einen grossen Schornstein und unterteilte Fenster. Von hier, dem höchsten Punkt der Umgebung, hat man eine gute Aussicht nach Osten und Westen. Wenn man die Upper Stone Close (Ober Steingasse) entlanggeht und dann den Fussweg benutzt, kommt man zur Ryecroft Road. "Ryecroft" bedeutet "kleines Feld in unzugänglichem Gelände".
 

8.  Die Windmühle.  Die Windmühle wurde 1825 von einem Mr. Pocock gebaut und ist von weither sichtbar. Sie war 20 m hoch und fing mit ihren Flügeln den Wind ein, womit dann über hölzerne Zahnräder die Mühlsteine angetrieben wurden. Im Laufe der Zeit bröckelten die runden Steinmauern ab, und die Mühle verlor etwa 5 m an Höhe. Die Flügel wurden 1850 entfernt, als ein 12 m hoher Schornstein gebaut und die Windenergie durch eine kleine Dampfmaschine ersetzt wurde.
 

9.  Zion United Church (Vereinigte Zionistenkirche).  1795 baute Thomas Humphries, ein Kohlezechenmanager, die erste zionistische Kapelle, die jetzt als Gemeindesaal benutzt wird. Bald gab es 300 erwachsene Gmeindemitglieder mit 200 Kindern, so dass 1873 die heutige grössere Kirche die ursprüngliche ersetzte. 1968 wurden drei Methodistenkirchen geschlossen, und die drei Gemeinden zogen zusammen in dieses grössere Gebäude. 1990 wurden neue Häuser dahinter gebaut, um zusätzliche Wohnungen zu schaffen.
 

10.  British School (Die britische Schule).  Nicht weit, den Hang hinunter, liegt die Brockeridge-Schule, gebaut 1846 von Nichtkonformisten, die Gelder von der "British & Foreign Schools Society" (britische und ausländische Schulgesellschaft) benutzten, um eine minimale Schulausbildung für zwei Pfennig pro Woche zu ermöglichen. Das Schulgesetz von 1876 änderte den Status in eine öffentliche Schule für Schüler bis zu 14 Jahren. Eine weitere Umorganisierung erfolgte nach dem Erlass des Schulgesetzes von 1945; jetzt werden hier nur noch Kleinkinder unterrichtet, die im Alter von acht Jahren auf die "Highcroft Junior" Schule überwechseln.
 

11.  Woodend Road.  Der Weg führt jetzt nach Westen, entlang der engen, gewundenen Woodend Road (Waldende Strasse), die auf beiden Seiten von Reihenhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert flankiert wird. Dies ist der Weiler Brockeridge. Ähnliche Weiler findet man auch heute noch in Adams Land und Frampton End. Die Häuser Woodend Road Nr. 178 – 198, die aus den frühen 1920er Jahren stammen, sind sogenannte Wheatley-Häuser, nach dem Labour-Minister für Wohnungsbau, der solide gebaute Sozialwohnungen für das ganze Land plante.
 

12.  Harris Barton.  Wenn man jetzt die Abzweigung links-rechts nimmt, kommt man in die hübsche Harris Barton, ein enges, gewundenes, grasberändertes Gässchen, dessen Häuschen aus Pennant-Sandstein auf der Sonnenseite liegen. Die Häuser Nr. 10 – 16 sind wahrscheinlich auf den Fundamenten eines "barton" gebaut worden – einer Scheune ("barn") für Getreide. Als Harry Symes Gutsherr (Lord of the Manor) in Frampton Court war, speicherte er hier sein Getreide – daher also "Harry’s Barton".
 

13.  Nightingale’s Bridge (Nachtigallenbrücke).  Jetzt geht man am besten den Reitweg entlang in das malerische Frome-Tal und macht vielleicht eine kleine Pause an einem beliebten Picknickplatz neben der Nachtigallenbrücke. Diese ist aus Pennantstein gebaut und hat zwei Brückenbögen. Man kann sich gut vorstellen, wie vor zwei Jahrhunderten Packpferde die Brücke überquerten. Während schwerer Regenfälle steigt der seichte Fluss rapide und macht die Brücke manchmal unpassierbar. Auf der Höhe, mit einem schönen Rundblick, liegt das frühere Gutshaus.
 

14.  Frampton Court (Frampton-Hof).  Frampton Court begann als Dorfgutshaus im 15. Jahrhundert, wurde aber im 17. Jahrhundert umgebaut und erweitert. Heute ist es in Privatwohnungen unterteilt. Das Gebäude hat mittelalterliche Züge, wie z.B. den eingeschlossenen, gepflasterten Hof, Steinwerk über dem Tor und Gitterfenster mit Steinvorsprüngen, um das Regenwasser abzuleiten. Die Familie der Coteles waren frühe Gutsherren, die unserem Dorfnamen das kennzeichnende "Cotterell" zufügten. Im Bürgerkrieg von 1643 bis 1646 war Harry Symes Gutsherr; er blieb dem König treu.
 

15.  Der Park.  Ein Fussweg führt über das Sportfeld, das ehemals das formale Parkgelände des Frampton Manors war. Es gab hier einen verborgenen Graben, einen sogenannten "ha-ha", um das Vieh aus dem Park herauszuhalten. Ein kurzes Stück der Strasse Park Row liegt entlang diesem Graben. Der Sportpavillon, komplett mit Umkleideräumen und Duschen, wurde 1986 gebaut. Als nächstes biegen wir in die School Road ein (Schulstrasse), die ihren Namen zu Recht trägt.
 

16.  National School (Öffentliche Schule).  Die öffentliche Schule wurde 1842 gebaut und 1856 erweitert, zwanzig Jahre bevor sich die Staatsschulen etablierten. Der Vorstand kam von St. Petri, in erster Linie um die Kinder von Kirchenfamilien zu unterrichten. 1968 wurde eine neue Kirchenschule gebaut, die dann 1973 vom Gemeindeverband erworben wurde, in "Crossbow House" (Armbrusthaus) umgenannt wurde, und jetzt für gesellige Gemeindeaktivitäten benutzt wird. Gleich daneben ist das "Day House" aus dem 17. Jahrhundert zu sehen – eine Abkürzung für Molkerei, wo Butter und Käse für das Gutshaus hergestellt wurden.
 

17.  Little London (Klein-London).  Von der School Road gehen wir in die Church Road, wo man die Reihenhäuser von "Little London" sehen kann. Hier brachte Christy Angestellte unter, die aus London kamen, um seine Hutfabrik zu leiten. Church Road Nr. 404, mit dem Namen Cherry Cottage (Kirschhaus), stammt von 1683 und hat drei Stockwerke. Auf der anderen Seite des anschliessenden kleinen Feldes liegt ein weiteres dreistöckiges Haus aus derselben Zeit, das aber in der viktorianischen Ära umgebaut wurde: Brookmans richtete dort eine Bäckerei mit Verkaufsraum ein.
 

18.  Benson’s Estate (Benson-Siedlung).  Diese Siedlung von Bungalows wurde in den 1950er Jahren auf der Kirchfarm gebaut. Die Strassen wurden nach Kirchenwohltätern benannt. Beaufort Road z.B. erinnert daran, dass der Herzog of Beaufort für diese Pfarrstelle bezahlt hatte; Winchcombe Road, dass Winchcombe Abtei innerhalb der Diozöse Wohlstand verbreitete. Und Foxe Road heisst nach dem Pfarrer W. Foxe, der 1858 Gelder für den Neuaufbau der St. Petri-Kirche zur Verfügung stellte. Entlang Church Road geht es zur Gemeindekirche, wo der Rundgang endet.